HTML5: Der große Aufräum-Moment
HTML5 ist die Version, mit der HTML erwachsen wurde. Sie wurde über Jahre entwickelt, 2014 offiziell verabschiedet und wird seitdem als "lebender Standard" laufend weitergepflegt. Streng genommen sagt heute niemand mehr "HTML5.1" oder ähnliches, es gibt einfach HTML, und das entwickelt sich weiter. Trotzdem lohnt der Blick darauf was sich damals geändert hat, denn genau diese Änderungen prägen wie wir heute Seiten bauen.
Radikal vereinfacht
Der auffälligste Unterschied steht in Zeile 1: aus dem alten DOCTYPE-Ungetüm wurde das schlichte <!DOCTYPE html>. Auch die Meta-Angabe für die Zeichenkodierung schrumpfte auf <meta charset="utf-8"> zusammen. Die Botschaft dahinter: HTML soll man schreiben können ohne Nachschlagewerk. Naja, fast ohne, sonst gäbe es diese Website ja nicht.
Elemente mit Bedeutung
HTML5 brachte die Strukturelemente header, nav, main, article, section, aside und footer, die wir im Kapitel Semantisches HTML ausführlich vorstellen. Vorher bestanden Seiten aus div-Türmen, bei denen nur die Namen verrieten was gemeint war.
Multimedia ohne Plugins
Wer vor HTML5 ein Video einbinden wollte, brauchte ein Browser-Plugin, in aller Regel den Flash Player. Der war ein ständiges Sicherheitsrisiko, lief auf vielen Geräten nicht und wurde 2020 endgültig beerdigt. HTML5 machte Video und Audio zu ganz normalen Elementen: <video> und <audio>, dazu <canvas> als Zeichenfläche für Grafiken und Spiele. Die ganze Flash-Saga erzählen wir bei Gelegenheit im Retro-Web.
Schlauere Formulare
Eingabefelder bekamen neue Typen wie email, date, number und range, dazu Attribute wie required und placeholder. Der Browser übernimmt damit Prüfungen für die man früher JavaScript schreiben musste, und Handys blenden automatisch die passende Tastatur ein. Details folgen auf den Elementseiten zu form und input.
Ausgemistet wurde auch
Einige Altlasten flogen raus oder gelten als obsolet: <font>, <center>, <blink>, <marquee> und die Frame-Elemente. Ihre Aufgaben übernimmt heute CSS, und zwar deutlich besser. Als Nachschlagewerk mit Herz für die alte Zeit dokumentiern wir die Veteranen natürlich trotzdem, im Bereich blink und marquee und bei den Frames, dort klar als historisch gekennzeichnet.
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